Barré auf der Gitarre

Mit dieser Methode sollte es jedem gelingen mühelos Barré-Akkorde zu greifen

Sie sind gefürchtet. Gitarrengriffe, bei denen man mit einem Finger, meist dem Zeigenfinger, mehrere Saiten zum klingen bringen muss. Barré-Akkorde zu greifen erfordert Kraft, Spannung und Koordinationsfähigkeiten, die für jeden erlernbar sind. Natürlich variiert das Tempo bei jeder Schülerin und jedem Schüler, da es oft auch davon abhängt wie beweglich sein Finger sind und wie gut er diese Spannung im 1. Finger aubauen kann.

Ich persönlich würde jedem raten, gerade wenn dieses Kapitel aufgeschlagen wird, sich Hilfe bei einer Gitarrenlehrerin und bei einem Gitarrenlehrer zu Holen. Das erhöht die Erfolgschancen um ein Vielfaches. Oftmals kann man als solche/solcher mit geschultem Auge Anweisungen zur Haltung geben und Hilfestellungen bieten, wenn man vielleicht als Schülerin oder Schüler das Gefühl hat „festzustecken“.

Stellung und Streckung der Finger

Die Stellung der Finger ist bei einem Barré Akkord auf jeden Fall entscheidend und für den schnellen Lernerfolg von fundamentaler Bedeutung. In den meisten Fällen fungiert der Zeigefinger als Barré. Bei diesem ist es wichtig ihn so leicht zu drehen, dass die Außenseite des Fingers benutzt wird, damit möglichst viel Spannung aufgebaut wird. Um sich anfangs an diese eigene Haltung des Fingers zu gewöhnen, empfiehlt es sich mit diesem Barré-Finger entlang des Griffbretts durch verschiedene Lagen mal 2 Saiten, dann 3 usw. zu greifen um Spannung und ein gutes Gefühl aufbauen zu können

Die restlichen Finger sollten sich gut aufstellenum keine benachbarten Saiten abzudämpfen. Anfangs ist dies eher schwierig da eine gute Dehnung der Finger noch nicht wirklich möglich ist. Wenn ich im Unterricht merke, dass es speziell hier einiges zum Aufholen gibt, wende ich meistens Finger-Fitness und Stretching Übungen von Greg Irwin an. Durch tägliches Training und Stretching macht sich relativ schnell eine deutliche Verbesserung bemerkbar.

Meine Barré – Lern – Methode

Methoden gibt es viele die einem das Erlernen erleichtern sollen. Anhand der Erfahrungen, die ich mit meinen Schülerinnen und Schülern machen durfte, kristallisierte sich folgender Übungsansatz heraus:
Meine Lieblingsmethode habe ich hier anhand der Akkordprogression von „Sittin on the Dock of the Bay“ für dich aufgeschrieben. Damit du auch eine Referenz-Hörquelle hast habe ich diese auch für dich aufgenommen. Im Allgemeinen gibt es immer einen Akkord, den wir greifen können wollen, wie hier, einen E-Dur Typ:

Barré Gitarrengriff G-Dur

Diesen Gitarrengriff verschiebe ich jetzt einfach an verschiedenen Positionen am Gitarrenhals um ein bisschen Abwechslung in die Übung hineinzubekommen.

Hier greife ich den Akkord in der V.Lage:

Außerdem hilft es durch die minimalen Veränderungen der Fingerstellungen, da die Bünde nach oben hin immer schmäler werden, den jeweiligen Akkord mehr im Muskelgedächtnis zu verankern. Heraus kommt die schon eben angedeutete Akkordfolge G – B – C – A:

Zielakkordfolge inklusive Hörbeispiel

Barré Gitarrenübung 01

Bevor ich versuche meine Schüler zu bitten, diese Akkordfolge mit dem vollständigen Gitarrengriff auf allen sechs Saiten zu greifen, versuche ich einzelne Töne herauszupicken um koordinationstechnisch ein Repertoire zu erarbeiten, dass meinen Schülerinnen und Schülern später das Greifen des „ganzen“ Gitarrengriffs erleichtert. Denn oft habe ich das Gefühl, dass ich bei diesen Akkorden an vielen Baustellen gleichzeitig ansetzen müsste. Bei dieser Herangehensweise. Also starte ich mal mit 2 Tönen des Zielakkords. Wichtig ist hierbei das immer die Finger und deren Stellung verwendet werden die wir später auch benötigen. Also wenn wie hier der erste Finger als Barré fungieren soll und die Saiten „E“, „h“ und „e“ hinunterdrückt, verwende ich genau die selbe Stellung der linken Hand wenn nur beide „e“-Saiten angespielt werden, damit sich so Finger langsam an die gewünschte Position gewöhnen kann.

2-Ton Voicings

Hier mehrere Varianten um diese Akkordfolge mit jeweils 2-Tönen zum Klingen zu bringen. Wie schon oben beschrieben, ist es essenziell für diese Methode die gleiche Fingerstellung und die gleichen Finger zu verwenden die wir später beim gesamten Barré-Gitarrengriff auch benötigen:

Variante #1

Barré Gitarrenübung 02

Variante #2

Barré Gitarrenübung 03

Variante #3

Barré Gitarrenübung 04

 

Variante #4

Barré Gitarrenübung 05

Variante #5

Barré Gitarrenübung 06

 

Weitere Voicing-Varianten

Hat man diese oberen Varianten ohne Probleme durchgespielt und zum klingen gebracht, geht es nun mit 3 und mehr Tönen weiter.

Variante #6

Barré Gitarrenübung 07

 

Variante #7

Barré Gitarrenübung 08

Variante #8

Barré Gitarrenübung 09

Variante #9

Barré Gitarrenübung 10

Variante #10

Ab diesem Stadium habe ich nun auch eine kleine rhythmische Variante eingebaut sowie die Einbin dung einer hohen Saite auf der 3 um eine kleine Melodie herauszubekommen.

Barré Gitarrenübung 11

Variante #11

Barré Gitarrenübung 12

Variante #12

Barré Gitarrenübung 13

Das wichtigste beim Barré-Griff ist dranzubleiben und seine Greifhand gut zu analysieren. Baue ich genug Kraft auf? Passt die Fingerstellung? Ist es vielleicht besser für meine Hand eher in höheren Lagen zu starten?

Für viele ist der erste Barré-Akkord den sie lernen der F-Dur in I. Lage. Also der Griff den wir jetzt durchgenommen haben, nur auf dem ersten Bund gegriffen. Diesen würde ich als eine sehr schlechte Wahl zum Starten in diese Materie beurteilen. Bei kaum einem Gitarrengriff muss ich soviel Spannung und Kraft in der Greifhand aufbauen, wie bei diesem Akkord. Deswegen würde ich eher empfehlen diese Art von Akkorde zuerst in höheren Lagen, zum Beispiel ab dem VII. Bund zu greifen, und sich dann stetig weiter Richtung I.Bund zu arbeiten.

Wichtig ist auf jeden Fall nicht aufzugeben, Pausen zu machen und regelmäßig seine Hand daraufhin zu trainieren. Dann gelingt es bei jedem mit dem Barré Akkord. Falls du jemand bist der eher kleine Finger hat, wäre es sicherlich auch von Vorteil, wenn du von einer Gitarrenlehrerin oder einem Gitarrenlehrer abklären lässt, ob vielleicht ein 7/8-Modell für dich eher das richtige ist.

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