Klingen wie "Tage wie Diese"

Willkommen zu einem neuen Blogeintrag, in dem ich auf das Thema kommen möchte, wie ich mir selbst gewisse Sounds auf der Gitarre herleite. Auf Basis meiner Gitarren und Amps die ich selbst besitze. Meine derzeitiger Lieblingsamp/Profiler von Kemper bildet hier das Fundament auf dem ich baue. Natürlich hat nicht jeder einen solchen zuhause, deswegen soll es nicht nur um den Amp-Sound sondern auch um Effekte und Spieltechniken gehen. Um zu verdeutlichen wie komplex vermeintlich leichte Riffs in der Umsetzung sind, wenn man sie möglich originalgetreu wiedergeben möchte.

Zum Einstieg habe ich mir ein bekanntes Riff der “Toten Hosen” geschnappt und versucht möglichst nah, mit den mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, auf den Sound von Leadgitarristen “Kuddel” zu kommen.

Hier die Aufnahme, welche ich den ganzen Beitrag lang als mein Haupt-Referenzquelle nehmen werde:

 

Das Riff in Notenschrift:

Bevor ich überhaupt zu Themen wie Gitarre, PickUps, Amps etc. komme, musste ich erst einmal herausfinden wie “Tage wie Diese” überhaupt gespielt wird. Sicher gibt es unglaublich viel schon im Netz zum Download, allerdings bin ich in der Hinsicht konservativ und bevorzuge lieber, mich auf meine Ohren zu verlassen. Nach einem abschließenden prüfenden Blick eines Live-Videos bezüglich der “Picking-Hand ” (da Kuddel Linkshänder ist vermeide ich es im gesamten Blogeintrag von der “rechten Hand” zu schreiben) kam folgende Transkribtion inklusive Tabulatur heraus:

Tage wie dies Riff 01
Tage wie diese Riff 2

Picking

Ähnlich wie beim “Chicken-Scratch” muss dieses Riff fast durchgehend mit 16tel-Schlägen also permanenten Up- und Downstrokes gespielt werden, um den Sound produzieren zu können. Umso wichtiger ist es mit der anderen Hand alle restlichen Saiten gut abzudämpfen, damit keine anderen Töne zum Vorschein kommen.

Ohne der “Chicken-Scratch”-Technik:

Mit der “Chicken Scratch”-Technik:

Mit Hilfe der “Palm-Mute”-Technik dämpfe ich mit einem Handballen noch die d- und g-Saite leicht ab und versuche besonders präzise zu akzentuieren, wenn sich die gegriffenen Töne ändern. Fürs Erste bin ich zufrieden:

 

Basis-Sound

Bevor ich mich den Effekten zuwende, versuche ich zuerst so nah wie möglich an den Basis-Sound zu kommen. Dafür nehme ich mir immer gerne Zeit für ein klein wenig Internet-Recherche. Nach ein paar Forumsdiskussionen und Live-Videos später bin ich ein klein wenig schlauer geworden. Humbucker sind auf jeden Fall Pflicht, da auch der der Toten-Hosen-Gitarrist eine Gibson Les Paul Standard am “Rock am Ring”-Festival spielt. Wichtig ist für mich die Tatsache, dass der PickUp-Switch auf die mittlere Position gestellt wurde, also beide Tonabnehmer aktiv, und die Position seiner “Picking Hand”, eher mittig zwischen beiden Pick-Ups platziert ist. Soweit so gut. Hier der Link zu der angesprochenen Performance:

 

Nun zu den Verstärkern: Wieviele Gitarristen besitze auch ich kein Riesen-Amp-Arsenal. Die Recherche hat ergeben, dass Kuddel vor allem Engl’s Ritchie Blackmore -Amp oder VHT Pitbull spielt (Habe diesbezüglich folgendes Form bemüht: Musiker-Board.de). Ich versuche allerdings mit meinem Kemper, also im Rahmen meiner begrenzten Möglichkeiten, einen ähnlichen Sound zu bekommen. Also besorgte ich mir ein Engl Blackmore Profile, in meinem Fall das “Blackmore CH3 V30”, und kopierte es auf meinem Profiler.

Im näcshten Schritt ging es nun um die Anpassungen des Grund-Sounds. Überraschenderweise brauchte es wenig Anpassung an Gain und EQ. Hier meine Grundeinstellung:

Kemper Profil An Tage Wie Diese

Und jetzt klingt das ganze auf einmal schon ganz passabel:

Feinschliff:

Nun zu den Effekten: Für meinen Feinschliff habe ich mich für das “Legacy Delay” am Kemper entschieden und diese auf den Wert einer Achtelnote eingestellt. Da im Original das Delay eher im Hintergrund agiert habe ich folgende Anpassungen vorgenommen:

Delay Einstellungen an Tagen wie Diese

Delay Einstellungen an Tagen wie Diese 2

Abschließend noch den grapischen EQ bemüht:

EQ Einstellungen an Tagen wie Diese

Der fertige Sound für “Tage wie Diese”

Auf jeden Fall der Wahrheit schon realtiv nahe gekommen klingt mein Endergebnis nun so:

Anmerkung

Von diesem Punkt an kann man natürlich noch genauer ins Detail gehen und die jeweiligen angesprochenen Faktoren noch genauer und besser herausarbeiten. Wie zum Beispiel die Fragen:

  • Welches Pick wurde verwendet?
  • Welche Kabel werden benutzt?
  • Welche Effekte benutzt Kuddel hier genau?
  • etc.

Für mich war es immer wichtig, so gut wie möglich mit meinen vorhandenen Möglichkeiten an das Klangergebnis zu kommen. Dies schärft die Ohren und hin und wieder kommt man auf den ein oder anderen Trick, bezüglich Spieltechnik oder Effektmöglichkeiten. Hoffe du konntest dir hier ein bisschen was mitnehmen und wünsche dir in diesem Sinne viel Spaß beim Nachbauen dieses Sounds!

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